Biografie
Cleff III., 1947 in Bamberg geboren, stammt aus einer bekannten deutschen Künstlerdynastie.
Bereits sein Großvater war Bildhauer und Professor in Wuppertal und Salzburg, sein Vater renommierter Porträtmaler in Hamburg und Berlin, der sich nach dem zweiten Weltkrieg in Bamberg niedergelassen und eine Kunstschule begründet hatte. Bei ihm ging Michael Cleff III. zunächst in die „Lehre". Sein Vater war es auch, der ihn zur Porträtmalerei brachte.
Nach einem längeren Aufenthalt in München wurde Cleff III. — inzwischen wieder in Bamberg wohnhaft — zu einem der bedeutendsten Porträtmaler unserer Zeit, international bekannt und gefragt, in maßgeblichen Publikationen zur Malerei des 20. Jahrhunderts aufgenommen, in den wichtigsten Künstlerlexika präsent.
Prominente wie Wolfgang Wagner in Bayreuth, Außenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher, Alt-Bundespräsident Roman Herzog, Ministerpräsident Edmund Stoiber und Bill Clinton, Seine Kaiserliche Hoheit Otto von Habsburg, die Päpste Johannes Paul Il. und Benedikt XVI., Schauspieler wie Günter Strack, Helmut Qualtinger und Götz George wurden von ihm porträtiert.
Ein Kryptoporträt von Siegfried als Nibelungenheld besitzen Siegfried und Roy
in Las Vegas. Landschaftsbilder und Stilleben wurden neben seinen Porträts immer wieder auf internationalen Ausstellungen gezeigt.
Cleff III. gehört zu denjenigen Künstlern der Postmoderne, die seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts einen neuen Abbildungscharakter in der deutschen Kunst forderten und durchsetzten. Zeitgleich mit den Pionieren der Postmoderne wandte er sich von der Abstraktion ab und fand zurück zu Landschaft und Stilleben, zur Darstellung des Menschen, zur Porträtmalerei.
In seinen Bildern verschmilzt Cleff III. expressive Elemente mit Realismen der Postmoderne. Trockene Farbigkeit, mutige Kompositionen und ein sich in vielfachen Farben brechendes, über die Darstellungen gelegtes rayonistisches Liniennetz mit bewusst nach unten auslaufenden Farbtropfen verfremden und verzaubern das Sujet zugleich, geben den Bildern ihr Charakteristikum, setzen Akzente und verstärken die intendierte Aussagekraft.
In seinen Porträts gelingt es Cleff III. seine Modelle — entkleidet von jeglichem Nimbus — auf ihre natürliche Ausstrahlung zurückzuführen. Wie kaum ein zweiter hält er die Porträtkunst auf höchstem künstlerischem Niveau in unserer Zeit lebendig. Zeitgemäß von persönlichem Gespräch und Fotoreihen ausgehend, ersetzt dieses Vorgehen aufwendiges Modellsitzen und erlaubt dennoch das Wesen und die Psyche der Dargestellten treffend zu erfassen und zu charakterisieren.
Auch die Landschafts- und Stillebengemälde zeigen formal und farblich interessante Spannungen. Oft deuten sie auf ungewöhnliche Details, sind Momentaufnahmen der heimischen Flora, die vergrößert ins Zentrum gerückt, eine neue Wahrnehmung auf die uns umgebenden Dinge erlauben, neue Erkenntnissphären erschließen und so gleichsam als Naturporträts gedeutet werden können.
Dr. Karl-Georg Pfändtner
Bei der Erstellung des Textes:
Institut für Kunstgeschichte, Universität Wien
Heute:
Leiter der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Foto von Klemens Renner
